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Unsere Valtlmühle

Bernhard Tobias hat seine erlebte Geschichte zur Valtlmühle für euch hier schriftlich festgehalten, viel spaß beim Lesen 🙂

Wie alles begann….

Im Jahr 1996 hatte ich den etwas wahnwitzigen Plan, das Dachgeschoß in unserem Wiener Haus in der Hormayrgasse auszubauen und aus unserer jetzigen Wohnung ein mehrgeschossiges Luxusappartement zu machen. Nachdem wir das Ganze von einem Architekten namens Wolfgang Mück planen ließen wurde bei der Behörde prompt das Bauvorhaben angesucht und schließlich auch baubewilligt. Als uns danach erst so richtig bewusst wurde, was das für ein Megaprojekt ist und wir unser restliches Leben auch nicht mit der Rückzahlung von Schulden verbringen wollten haben wir das Ganze wieder abgeblasen.

Ein neues Projekt rückte in Sicht, denn der rückseitige Nachbar in Wien wollte sein Haus, besser gesagt, seinen Hausanteil, eine Werkstatt, verkaufen. Daraus ist, aus jetziger Sicht zum Glück, auch nichts geworden, denn sämtliche Umbauvorhaben wären durch das Mitspracherecht der anderen Hauseigentümer sehr kompliziert gewesen.

Was tun? Eine gewisse Geldsumme war da, die ich nach dem Ausscheiden aus dem elterlichen Familienbetrieb für meine Anteile bekommen hatte und so begab ich mich mit Sabine auf die Suche nach einem kleinen Landhaus für das Wochenende. Zielgebiet Nummer 1 war das Neusiedlersee/Hügelland so rund um Sankt Margareten. Einige Besichtigungen erfolgten aber es war nichts Passendes dabei. Schließlich haben wir beide die Lust verloren und nicht weitergesucht.

Seit damals hatte Sabine aber großen Spaß daran, immer wieder im Internet in verschiedenen Immobilienplattformen herumzustöbern und so stieß sie im Jahr 2001 zufällig auf ein Inserat mit samt kleinem Foto dazu und zwar in der Rubrik „Häuser bis 100 m²“ und zeigte es auch mir. Was soll ich sagen, es war irgendwie Liebe auf den ersten Blick, jedenfalls haben wir spontan einen Termin mit dem Makler vereinbart und uns bei der Gelegenheit vorher auch noch ein anderes Landhaus in der Nähe angesehen, was uns aber überhaupt nicht gefallen hat. Die Zufahrt zum Objekt unserer Begierde selbst war auch schon ein kleines Abenteuer, die Straßen wurden immer enger und nach einer steilen Abfahrt in ein dunkles Tal endete schließlich auch die Asphaltierung. Dann stand sie da, in der Willersdorfer Schlucht, vor der touristischen Aufwertung schlicht Willerstal genannt, die alte „Valtlmühle“, einsam, verlassen und stolz zugleich.

Zum Glück waren wir damals so naiv, die kleinen Mängel wie z. B. kein elektrischer Strom, Wasser ja aber aus einer baufälligen Quelle am Nachbargrund, Plumpsklo vis á vis, erreichbar über eine bequeme Holzbrücke über den Bach, etc. etc., großzügig zu übersehen. Das alles hat uns nicht weiters gestört, denn die Mühle hatte das gewisse Etwas und wir waren wild zum Kauf entschlossen. Nach kurzen Verhandlungen folgte ein schriftliches Kaufangebot und schließlich bekamen wir um exakt 1 Million Schilling das ganze Anwesen samt, man staunt, insgesamt 5 statt ursprünglich 3,7 ha Grund. Kaufvertrag datiert mit 20.04.2001.

Der sympathische Vorbesitzer aus Sulz am Wienerwald hieß Berger und zeigte uns persönlich seine Lieblingsplätze bei der Mühle. Er hatte selbst ein Haus im Westen Wiens geerbt und wollte mit seinem Hintern nicht länger auf zwei Kirtagen tanzen. Zudem war seiner Frau die Mühle doch ein wenig zu abgeschieden und deshalb wurde verkauft. Die Familie Berger war aus diesem Grund auch nicht sehr oft hier, sehr zum Leidwesen der Bausubstanz.

Der Vor-Vorbesitzer der Mühle hieß David und dürfte sehr gesellig und auch beliebt gewesen sein. Eine von Herrn David errichtet Sauna, die bis heute noch funktioniert, hat fast jeder zweite Bewohner in der Gegend schon einmal von innen gesehen. Was alles sich in dieser Sauna abgespielt hat möchte lieber nicht wissen, mit Sicherheit fand aber auch so manches Handschlag-Geschäft statt. Es gab viele Grundkäufe und Verkäufe, die nie im Grundbuch verewigt wurden, so die Tochter des Herrn, Frau Sylvia David, eine Tierärztin aus Wien, die ich auch bereits kennenlernen durfte. Herr David selbst hatte eine Autowerkstatt in Wien, stumme Zeugen dieser Geschäftstätigkeit waren rund 20 Tonnen Getriebeblöcke und ähnliche Autoersatzteile, die ich damals kipperweise mit dem Traktor entsorgen durfte, einige Freunde, die mir damals geholfen haben, werden sich vielleicht noch leidvoll daran erinnern. Die Mühle wurde in dieser Zeit aber auch tatsächlich bewirtschaftet und zwar von der türkischen Familie Mehli. Die Familie mit damals 5 Kindern musste nach dem Verkauf der Mühle und dem plötzlichen Tod von Herrn David ausziehen und ist heute im nahen Ort Aschau zuhause. Herr Mehli hatte nach Berichten mehr als 100 Schafe und Ziegen, auch einen Esel, Hühner und sonstiges Getier.

Was vor dieser Zeit war weiß ich leider nicht genau. Die Mühle selbst war jedenfalls bis ca. 1950 auch tatsächlich in Betrieb. Vom Mühlrad fand ich vermoderte Reste beim Ausheben der Senkgrube, auch Fragmente vom Mühlstein sind noch erhalten. Irgendwann um 1950 ist das Gebäude abgebrannt. Laut Berichten saßen die damaligen Eigentümer gegenüber im Wirtshaus und haben in aller Ruhe die Demontagekraft des Feuers begutachtet. Löschversuche hielten sie offensichtlich für reine Zeitverschwendung oder haben vielleicht schon über die Formulierung der Schadensmeldung an die Versicherung sinniert. Jedenfalls wurde nach dem  Feuer das Müllergewerbe nicht weiter ausgeübt und der Zulauf und das Wasserrecht wieder an die Republik Österreich abgetreten. Der Gebäudetrakt, so wie ich ihn beim Kauf vorgefunden habe, dürfte also so ca. 1955 wiederaufgebaut worden sein. Die Grundmauern sind natürlich wesentlich älter, eine Jahreszahl auf einem Holzbalken in der Küche lässt das Errichtungsdatum 1809 vermuten. Ich selbst glaube, dass an der gleichen Stelle schon im Mittelalter Gebäude gestanden haben, auch die Bezeichnung eines landwirtschaftlichen Flächenstückes als „Ried Foitlesboden“ lässt auf ältere Besitztümer schließen. Der Name „Valtl“ stammt sicher irgendwie von „Foitl“ ab.

Die Valtlmühle war eine von insgesamt 3 Mühlen, die in unmittelbarer Nähe waren. Eine Mühle, von der auch ein Bild existiert, war rund 700 m weiter nördlich auf der anderen Seite des Baches, von ihr gibt es heute keine Spuren mehr. Die dritte Mühle ist auch heute noch als Ruine zu erforschen. Die Patrizzlmühle liegt rund 2 km weiter nördlich versteckt im Auwald neben dem Bach. Über sie werden unheimliche Geschichten erzählt. Die Valtlmühle gehört zur Katastralgemeinde Schmiedrait und findet daher auch in der von Herrn Kappel aus besagtem Ort liebevoll verfassten Chronik ihre Erwähnung.

Mir wurde erzählt, dass die Kinder gerne zum Mehl holen hinunter zur Valtmühle geschickt wurden, was auch gleichsam eine Strafe gewesen sein durfte, weil der damalige Müller ein sehr grobknochiger und ruppiger Geselle war. Er zeichnete sich durch siegreich überstandene Wirtshausschlägereien, genährt durch seinen angeblichen Jähzorn und den heftigen Alkoholkonsum ebenso aus wie durch die daraus resultierende tagelange Besinnungslosigkeit und Abstinenz am Arbeitsplatz. Von dieser Tatsache inspiriert ist auch eine meiner Kräuter-Kurzgeschichten entstanden.

Gegenüber der Mühle stand ein großes Wirtshaus samt Wohngebäude und Stallungen, kaum zu glauben ob der einsamen Lage heute, aber in früheren Zeiten dürfte entlang des Willersbachs ein reges Treiben geherrscht haben, denn hier wurde schon seit langer Zeit Holz geflößt. Nicht unweit östlich der Mühle verlief eine vor allem durch die Römer genutzte alte Handelsverbindung, die Bernsteinstraße, die die Ostsee mit dem Mittelmeer verband, und Holz war schon vor über 2.000 Jahren eines der wichtigsten Handelsgüter. Der Willersbach, so erinnern sich noch heute die alten Bauern, hatte mindestens dreimal so viel Wasser wie heute und damals war das Wasser das billigste Transportmittel. So manches Ochsenfuhrwerk wird hier im Wirtshaus Halt gemacht haben um den Durst zu stillen. Das Grundstück gegenüber der Mühle, auf dem dieses Wirtshaus gestanden ist, habe ich erst später im Jahr 2006 käuflich dazu erworben. Es gehörte einer alten Dame namens Theresia Wenzel, die mittlerweile verstorben ist. Heute vom Wirtshaus zu sehen sind noch ein kleines Stück Grundmauer und jede Menge Steine, die allerdings von uns etwas weiter südlich zu mit Beeren bewachsenen Bruchsteinmauern umfunktioniert wurden.

Aber wieder zurück zu unseren eigenen Angelegenheiten. Schon nach wenigen verbrachten Wochenenden stellte sich uns folgende Frage: Was machen wir jetzt mit dem Ding? die eine Möglichkeit war, alles so zu lassen wie es ist um uns am Wochenende fernab des Großstadtlebens zu erholen. Wir entschlossen uns dann aber für die zweite Möglichkeit nämlich einem Aus- und Umbau um irgendwann in der Zukunft dort leben zu können.

Da wir ein geschickter Architekt namens Mück, der schon einmal eine atemberaubende Planung für uns gemacht hat und deshalb auch diesmal eingeladen wurde, sich etwas zu überlegen. Einige Monate später war der Einreichplan fertig und dem Baubeginn stand nichts mehr im Wege außer, dass die Baugenehmigung äußerst kompliziert war, denn die Mühle stand auf Grünland und durfte nur mit spezieller naturschutzbehördlicher Bewilligung und besondern Auflagen umgebaut werden, ohne jedoch das Gesamtbild wesentlich zu verändern. Der Bau selbst sollte in Etappen erfolgen.

Wichtig erschienen uns erst einmal Strom und Wasser. Auch wenn Kerzenlicht und Petroleumlampen noch so romantisch sind, wollten wir dann doch ein bisschen Strom haben. Ein vorerst zu diesem Zwecke gekauftes riesiges Bundesheer-Stromaggregat auf einem LKW-Anhänger war doch sehr laut, stinkend und überhaupt unpraktisch. Es wurde von mir übrigens später an eine Schlosserei gegen die Eisengeländerkonstruktionen auf der Terrasse vor dem Badezimmer eingetauscht. So griffen wir tief in die Tasche und ließen von der BEWAG einen Masttrafo und rund 1 km Stromleitung als Erdkabel um rund ½ Million Schilling errichten. Durch das aktive Mitwirken eines Elektro-Installationsunternehmens aus Oberwart fand dieser Strom den Weg über Steckdosen und Leitungen in verschiedene Elektrogeräte und Leuchtkörper.

Ein alter Bauer aus der Gegend um Neulengbach diagnostizierte in ca. 7 m Tiefe schräg hinter dem Haus Wasser und gemeinsam mit meinem Nachbarn, der stolzer Besitzer eines Baggers war, wurde flugs ein Brunnen errichtet, eine mühselige und gefährliche Angelegenheit, vor allem wenn man keinen geeigneten Kran für Brunnenringe hat und die Aushubgrube direkt hinter dem Hang liegt. Jedenfalls ist letztendlich alles gut gegangen.

Noch im Jahr 2002 wurden von mir persönlich die bestehenden Holzschuppen mit Silos weggerissen und vom Baumeister stattdessen ein neuer Holzlagerraum mit Terrasse darüber und dahinter der zentrale Heizraum mit oberhalb gelegenen Badezimmer errichtet. Nachdem der Installateur Varga aus Riedlingsdorf eine zentrale Holzvergaserheizung mit Pufferspeicher eingebaut hatte und das Hauswasserwerk in Betrieb gehen konnte hatten wir, hurra, endlich warmes Wasser und mussten uns nicht mehr durch Brennnesseln bis zum Bach kämpfen um uns zu waschen. Auch der vor allem von den Kindern gefürchtete Weg im Dunkeln über die Holzbrücke zum Plumpsklo mutierte nun zur Erinnerung aus der Vergangenheit.

Das Wohnhaus wurde anschließend noch drainagiert und dann …….. ging uns leider das Geld aus, sogar das, was wir noch nicht hatten. Die weiteren Bauetappen wurden auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Wir waren aber nicht unzufrieden, denn wir hatten ja Strom und Warmwasser und natürlich uns selbst. Als Wohnung diente das bestehende Nebengebäude mit Schlafzimmer und Küche. Die separaten kleinen Einzelöfen konnten die schlechte Isolierung der Fenster und Türen zwar nicht immer gut kompensieren aber es reichte uns. Ein seit Anbeginn vorhandenes einfaches Gästezimmer erlaubte uns sogar seltene Besuche.

So blieb die Wohnsituation einige Jahre unverändert und wir konnten uns etwas mehr auf die Grundstücke rund herum konzentrieren. Der Grundbesitz am Anfang war durch viele fremde Wald- und Wiesenflächen unterbrochen. Es gelang mir, teils auch mit etwas überhöhten Preisen diese Lücken zumindest teilweise zu schließen, sodass wir heute größere durchgehende Flächen besitzen. Aus Brachen wurden Wiesenflächen, die Wälder gepflegt und von jenen Bäumen befreit, die zum Befüllen unserer Heizanlagen bestimmt wurden. Der positive Höhepunkt der Grundkäufe aus meiner Sicht war der Erwerb des direkt an unsere Gebäude angrenzenden Waldstückes, welches anschließend gerodet wurde und seit dieser Zeit einen freien Blick auf das Haus von Norden her ermöglicht. Die neue vergrößerte „Hauswiese“ wird wie ein paar andere mittlerweile auch wirklich landwirtschaftlich genutzt, ein Bauer aus der Umgebung nützt das Heu für seine Kaninchenzucht. Die Gesamtfläche unserer Gründe beträgt mittlerweile knapp unter 8 ha, davon ist rund die Hälfte Wald, die andere Hälfte besteht aus Wiesen und Sonstigen Flächen.

Ein weiterer Neugewinn war die Anlage eines Gartenteiches, der an Stelle eines früheren Stalles, der auch schon in den Anfangsjahren zu Brennholz verarbeitet wurde und danach Platz für viele Amphibien und andere Wassertiere bot. Das extreme Unwetter im Sommer 2021, welches nicht nur den Willersbach aus den Ufern treten ließ und Teile meiner Anbauten unter Wasser setzte, hinterfüllte das Biotop leider ohne unsere Zustimmung bis obenhin mit Schotter und Erde aus dem Wald und bereiteten meiner Amphibienoase somit ein vorübergehendes Ende. Die Wiederherstellung ist wohl eines der nächsten Arbeitsprojekte.

An die Anlage unserer beiden Streuobstwiesen, die mittlerweile die eine oder andere Obsternte und in Folge die hofeigene Produktion von Apfelsaft und Edelbränden erlauben, erinnern sich vielleicht noch ein paar unserer Freunde, die damals zum Pflanzfest eingeladen waren. Sabine bekam ein Hügelbeet á la Sepp Holzner, hauptsächlich freuen sich aber die Hasen und Rehe der Gegend vor allem im Frühjahr über das reichhaltige Buffet. Außerdem wurde diverses Beerenobst angepflanzt, um sich im Kampf gegen das Unkraut fit zu halten.

Nach vielen Jahren Naturgenuss wurde im Jahr 2008 durch eine großzügige finanzielle Zuwendung meiner Eltern als Bauphase 2 mit der Errichtung unserer Wohnküche gestartet. Böden, Fenster und Türen wurden erneuert und diverse Isolierungen gegen die Kälte angebraucht. Auch Sabines Eltern waren dabei äußerst großzügig und haben uns ermöglicht, einen selbst geplanten Kachelofen samt Herd durch einen Hafner aus dem Marchfeld errichten zu lassen. Der letzte und aufwendigste Umbau sollte nach damaligem Ermessen noch länger warten, doch es dauerte nicht sehr lange, denn schon ein Jahr später wurden wir von meinen Eltern mit intensiver finanzieller Unterstützung geradezu bedrängt, endlich unser Bauvorhaben abzuschließen und aufs Land zu ziehen.

So starteten wir das letzte Kapitel unseres Umbaus. Um in den Genuss von Wohnbauförderungen zu kommen, mussten wir das Bauvorhaben neu einreichen, wobei die Sache dadurch erleichtert wurde, dass der Hausgrund in der Zwischenzeit in Bauland umgewidmet wurde und somit nur mehr die Gemeinde für uns zuständig war. Unser damaliger Freund Roland wusste nicht, auf was er sich einließ, indem er einen Energieausweis für das Haus erstellen wollte, das Haus mit den vielen Verschneidungen stellte das entsprechende Programm auf eine harte Probe. Im Zuge der Offerteinholungen und der Begutachtung des Ist-Zustandes war bald der Entschluss gefasst, das Dach samt Dachstuhl komplett zu erneuern und auch im Nebengebäude sollte ein neuer Dachstuhl mit einer Aufsparrendämmung her, sodass die Raumhöhe in der Küche sich fast verdoppelte. Nach dem Dachstuhl habe ich, wie man an einigen Bildern zum Umbau sehen kann. zum Glück nicht immer allein, das alte Dach samt Dachstuhl kassiert und rund einen dreiviertel Meter der Steinmauer abgetragen. Da die alten Bruchsteinmauern an einigen Stellen gerissen waren wurde von der Baufirma rundum ein durchgehender Betonkranz betoniert und das südwestliche Eck überhaupt neu aufgemauert. Danach wurden die massiven Betonträger für das Wintergartendach errichtet. Sämtliche Deckenbalken im Hauptgebäude wurden von mir ob der darin befindlichen Mitbewohner und des Allgemeinzustandes rausgerissen und in den Jahren 2010 bis 2011 durch Massivbeton- und Holzdecken ersetzt. Auch der alte Betonboden musste raus und durch einen neuen isolierten Fußboden inkl. Bodenheizung ersetzt werden. Es entstanden mit Hilfe von Herrn Pieber, einem gestandenen Zimmermann aus der Steiermark neue Dachstühle und eine Wintergarten-Konstruktion. Die ebenfalls steirische Firma Weitzer machte ein hübsches Dach drauf, auch eine kleine Solaranlage für das Warmwasser im Sommer durfte nicht fehlen. Wir hatten zwar Unterstützung beim Bau aber letztendlich kamen wir ganz schön unter Zeitdruck, das Bauvorhaben rechtzeitig vor dem Ablauf der Wohnbauförderung abzuschließen. Aber, siehe da, hurra, wir haben es geschafft. Die Benützungsbewilligung wurde erteilt und überall sind Bödern drin, auch wieder jener in der Küche, unter dem sich durch die ständigen Verputzarbeiten und die damit verbundene Feuchtigkeit unser Sorgenkind, Fred der Hausschwamm, in der Mittelmauer ausgebreitet hatte. Herzstück der neuen Wohnräume sind die schön gelungenen Stiegen, die wieder das Erreichen aller Wohnetagen ohne Kletterkünste möglich machten. Wir haben jetzt 3 Badezimmer, einen Hobbyraum im Keller mit selbstgemachtem Fliesenboden und jede Menge Bausubstanz, die laufend repariert und in Stand gehalten werden muss.

Unsere letzten Umbauaktionen waren eine Pflasterung zwischen Wohnhaus und Straße, um trockenen Fußes aus dem Auto steigen zu können und die Rostambitionen dieser Vehikel von unten zu minimieren und im Jahr 2021 die Erneuerung der Hofpflasterung.

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